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Gedanken zur Kunst

Fragen, die sich mir stellen und die man mir stellt:



Was soll die Malerei im Zeitalter der Photographie können?
Tatsächlich kann es nicht mehr um die genaue Abbildung der Wirklichkeit gehen. Das kann die Kamera besser .
Aber selbst beim Photo gibt es dann wieder die Unterscheidung zwischen Dokument und künstlerischer Photographie.

Worin liegt nun „die Kunst"?

In einem Kurs habe ich einmal eine bestechend kurze Antwort erhalten:

Kunst ist , was von einem Künstler gemacht wird.

Und wer bitte bestimmt nun, wer ein Künstler ist?
Funktioniert das per Selbstdefinition?
Darf ich mich Künstlerin nennen , weil ich von Kindesalter an nichts lieber getan habe als gezeichnet und gemalt oder weil ich die Universität für Angewandte Kunst erfolgreich abgeschlossen habe ?
Oder ist es meine Empfindsamkeit gegenüber den Eindrücken , die tagtäglich auf mich einstürmen?
Die gemischt mit meinen Erfahrungen und Fertigkeiten zu Papier oder auf die Leinwand gebracht werden müssen.
Die ich ausdrücken muß...!

Das Malen ist Egoismus pur
. Der schöpferische Vorgang befriedigt nur mich und es ist mir im Tun auch ganz egal ,ob jemand anderer daran Gefallen finden wird oder nicht.


Ich habe noch wenige Auftraggeber, natürlich verkaufe ich bei Ausstellungen hie und da ein Bild, aber im Prinzip bleiben sie mir, sie schauen mich tagtäglich an, zeigen mir meine Fehler und Befindlichkeiten.


Ein Musiker hats da besser, kaum ist der letzte Ton verklungen, ist außer den Notenblättern nichts mehr vorhanden, er kann von Neuem beginnen. Der Komponist wieder braucht die Interpreten um sein Werk überhaupt einmal überprüfen zu können. Sonst bleibt ihm sein Werk allein in seinem Kopf.


Die Musik vermittelt sich dem Zuhörer ganz anders als die Malerei. Und ich gebe es gerne zu: mich hat noch kein einziges Bild so faszinieren können wie z.B. Anton Bruckners 9. Symphonie oder Mendelsohns  Oktett.


Kein Bild kann mir soviel Trost spenden wie Musik.


Wieso male ich dann?
Weil mein Kopf voll von Bildern ist, leider auch von ganz entsetzlichen, die zu malen ich (noch) nicht  im Stande bin. Und die ich auch niemandem zumuten will. Wir bekommen in den Nachrichten genug schreckliche Bilder ins Haus geliefert....


Ich komme eben von der „Angewandten“ und noch genügt mir der positive Ansatz , dass meine Bilder eben dekorative Elemente für die Wohnumgebung sind. Aber mit dem Anspruch den Gesetzen der Komposition und Farbenlehre sowie der künstlerischen Inspiration zu folgen.



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