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Lust am Malen

Erstens befriedigt das Malen wirklich meine Lust. Ich male und zeichne gerne, angeblich habe ich schon mit zwei Jahren den Bleistift auffällig richtig gehalten. Was Wunder, war ich doch ein Einzelkind und habe mir meine Freunde und Geschichten selbst ausdenken müssen. An diese große, unendliche  Phantasiewelt denke ich gerne zurück und wenn ich Glück habe, komme ich bei der Entstehung eines Bildes wieder dahin.

Dann bin ich völlig in den schöpferischen Akt versunken. Es fasziniert mich immer wieder wie weit weg von der ursprünglichen Bildidee mich die Phase der Bildwerdung bringt.
Machte ich mir als Kind natürlich keine Gedanken darüber wo ich meine Striche aufs Papier setzte , so fällt nach den Jahren der Aus- und Weiterbildung so mancher spontane Strich den kompositorischen Überlegungen zum Opfer.


Mein Hirn verleitet mich zu manchen (also angeborenen) Fehlern, wenn ich etwa einen Strich zielsicher in die Ecken der Leinwand ziehe. Dieser Prägnanztendenz gilt es ein Schnippchen zu schlagen. Wie oft gerät der bildentscheidende Blickfang in die Bildmitte wo er als fad und uninteressant empfunden wird.


Und eines sollten meine Bilder natürlich nicht sein: fad und uninteressant, nein, sie sollen stets ein kleines Geheimnis in sich tragen, das den Betrachter zwingt, zweimal hinzusehen, eine kleine Irritation, eine Abweichung von der gesehenen Wirklichkeit.


Darum soll es in meinen Werken auch nicht gehen. Ich möchte doch nicht die Realität, sondern den Zauber eines Ortes oder einer Person darstellen.


Ist es nicht auch verwunderlich was man in einer Abstraktion alles erkennen kann oder besser zu erkennen vermeint, auch das  eine Leistung unseres Hirns und der gesammelten Eindrücke.


Und jetzt komme ich zum „Schrecklichen": manchmal gelingt es nicht, das im Hirn bereits fertige Bild auf die Leinwand umzusetzen. Oder ich greife zu den falschen Farben. Ein Fehler, der sich bei den Acrylen durch Übermalen ja leicht beheben lässt, im Aquarell jedoch nur schwer zu korrigieren ist.


Manchmal – und das geschieht zumeist, wenn ich mich mit einem Blatt schon genug geärgert habe und nichts Rechts draus zu werden scheint - greife ich auch zu Schleifpapier oder Schere – und siehe da –  plötzlich ist es da, das gewisse „Etwas“, dieses Unbeschreibliche, das die Kunst ausmacht.


Ja , schrecklich ist natürlich auch, dass sich Bilder nicht einfach in Luft auflösen , sondern im Gegensatz zur gespielten, verklungenen Musik ihrem Schöpfer ständig mit allen ihren Fehlern präsent sind.


Nur aus dieser „Überproduktion“ heraus möchte ich meine Bilder verkaufen, eigentlich male ich jedes Bild ja nur für mich , weil wie gesagt,  ich Lust dran habe.....



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